Donnerstag, 10. Oktober 2013

9.10. 62 km, ca. 535 Hm

Über Palpa radeln wir in sengender Hitze zu den Nazca-Linien. Janas Radcomputer zeigt 41 °C in der Sonne und 33°C im Schatten. Wir pausieren mittags für fast 2 h. Der Wind kommt wieder als steife Brise von schräg vorn und bremst uns aus. Die Linien - vom Aussichtsturm betrachtet - sehen für uns enttäuschend aus. Wir werden vom Flug Abstand nehmen, da der Wind böig ist, was in einem kleinen Flugzeug für Turbulenzen mit Folgen sorgen kann. Im weichen Abendlicht kommen wir in Nazca an und nehmen ein Zimmer im Hotel Mirador, dem besten Haus am Platze. Dort treffen wir japanisches Pärchen, welches auch mit Rädern aus
Lima kommt und nach Cuzco und Bolivien fahren möchte! Wir tauschen uns angeregt aus und vielleicht fahren wir ein Stück gemeinsam. YuJi und Aya haben sich auch gut vorbereitet. Die beiden haben sich aber in Nazca schon 2 Tage erholt und wir sind nicht ganz so frisch für die morgige Auffahrt hinauf in die Berge.
Aktuelle Position: -14.827570, -74.936415

8.10.  90 km, ca. 400 Hm

Erst geht es im Tal des Flusses Ica seicht hinab, dann steigt die Straße aber an und der Wind bläst mit ca. 20 km/h von schraeg vorn. Dies und eine ungenaue Kilometerangabe auf der Karte machen uns zu schaffen.

Talabfahrt nach Rio Grande
Pisco-Verkostung in Ica
Die Strecke sollte 70 km lang sein und dann waren es doch 90 km und wir noch nicht einmal am Ziel. Erschoepft fallen wir abends wieder einmal in einem leerstehendem Haus hinter Santa Cruz in die Schlafsaecke und freuen und an dem wunderbaren Sternenhimmel. Vor allem der Mond ist hier ganz anders...

Mondsichel wie ein U
Unsere offene Hütte mit herrlichem Sternenhimmel
Aktuelle Position: -14.508629, -75.251237

Dienstag, 8. Oktober 2013

Ica

07.10. 0 km Fahrrad, 10 km Taxi

Wir entschließen uns noch einen Tag in Ica zu verweilen und mit Tim und Sarah (den beiden anderen Gästen von Berly, auch aus D) in die ca. 5 km entfernte Wuestenoase Huanchina zu fahren.

Wuestenoase Huanchina
Dank ihrer exzellenten Spanischkenntnisse verhandeln wir die Wüstentour auf 100 Soles (ca. 25 € für 4 Personen) mit anschließender Dusche -absolut notwendig! Man fährt mit einem Wüstenbuggy ein paar Kilometer in die grandiose Landschaft der bis zu 100m hohen Sanddünen hinein, wobei es dem Fahrer besonderen Spaß macht, wie bei einer Achterbahnfahrt Bauchkribbeln zu erzeugen. Auf einer Art Snowboard surfen wir dann mehrmals im heißen, weichen Sand die Hügel hinab. Dabei verteilt sich der Sand gründlich am ganzen Körper - deshalb die Dusche.
Am Abend fahren wir mit Berly, Sarah und Tim zu einer Wein- und Schnapsverkostung und erfahren, wie in Peru Wein und Pisco produziert werden. Die laute Musik in der Nachbarschaft kann uns danach am Schlafen nicht mehr stören. :-)

Aktuelle Position: -14.045859, -75.705125

06.10. 83 km, 400 Hm

Zeitig am morgen verlassen wir Pisco und nehmen die Strecke nach Ica unter die Reifen. Die Strasse steigt langsam aber stegig an. Kaum mehr ein grüner Fleck, um uns nur Wüste. Mittags halten wir und schützen uns unter einem klein Dach aus Bambusstroh vor der starken Sonnenstrahlung. 31 °C. Rueckenwind mit ca. 17 km/h treibt uns die Steigung nach Ica hinauf. Tagsüber kaufen wir oft verschiedene Sorten Bananen, Mandarinen oder Orangen und heben unseren Blutzuckerspiegel wieder an. Berly - vom Warmshower-Netzwerk - erwartet uns schon in Ica. Wir beziehen ein großes, leerstehendes Zimmer in seinem neu gebauten Haus. Er beherbergt oft Leute aus aller Welt und möchte später selbst mal mit Rad durch Südamerika fahren.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Pisco & Nationalpark Halbinsel Paracas

04.10. , 73 km

Unser Hostal waehlten wir in Chincha Alta zu oberflaechlich aus. Wir suchten nach einer etwas ruhigen Lage. Der Name Hostal Venus haette uns aber stutzig machen sollen. Das Zimmer sauber und geraumig (auch fuer die beiden Raeder) entpuppte sich später als zu hellhörig fuer die Geräusche der Nacht in den Zimmern um uns herum.
Wir starten nach Pisco und strampeln die ca. 40 km auf dem schlechten Randstreifen der nun nur noch zweispurigen PANAMERICANA. In Pisco finden wir eine picobello saubere Herberge (Hostal Arequipa, -13.711362, -76.205360) mit Zimmer im Innenhof. Wir lassen das Gepaeck zurück und fahren die enttäuschend öde Strasse nach Paracas und zurück. Am Abend essen wir frischen Fisch und probieren das peruanische Nationalgetraenk Pisco Sour (hmm lecker!)




05.10. 0 km Rad, 123 km Bus&Boot
Wir buchten einen Ausflug zu den Islas Ballestras und die Halbinsel Paracas.



Wir bestaunen Tiere aus nächster Nähe, die man sonst nur im Zoo besichtigen kann, Delfine, Kormorane, Humboldt-Pinguine, Seelöwen, ... Das Wetter zeigt sich von der besten Seite. Der Nationalparkbesuch lohnt sich.



Freitag, 4. Oktober 2013

An der Westküste dann die Promenade herunter...

2./3.10.  72/90 km bis Chincha Alta

Von San Bartolo starteten wir gegen 10:00 Uhr. Der Wind von schraeg im Ruecken hilft uns. Wir kommen trotzdem nur ca 70 km, da es ab ca. 18:30 Uhr bereits stockdunkel ist. Wir suchten ab ca. 16:30 Uhr nach Hostals, fanden aber nichts. So verbrachten wir die Nacht in einem verlassenen Häuschen. Diese stehen sehr zahlreich an der Panamericana und "unseres" war ganz sauber, mit Tisch und Stuhl und einem Besen :-) und natürlich haben wir vor Verlassen gefegt.

So kamen wir heute Morgen (3.10.) schon 8 Uhr auf die Straße.
Wir folgen weiter der Panamericana. Dieser Highway rollt gut und hat einen breiten Seitenstreifen, auf dem wir uns sicher fuehlen.


Die Menschen sind bis jetzt sehr freundlich zu uns. Sie nicken uns zu und grüßen. Truckfahrer hupen, auch von der anderen Straßenseite über vier Spuren hinweg, ganz oft bekommen wir das "Daumen hoch" Zeichen. Sogar die Polizisten --von uns skeptisch betrachtet, immerhin fahren wir seit drei Tagen auf der Autobahn-- winken, einer ruft "Welcome to Peru! Enjoy your trip." Wie wäre das in Deutschland?
Nach 90 km erreichen wir Chincha Alta, eine quirrlige Kleinstadt, zuvor trafen wir zuerst David - einen Biker aus England - und dann ein nettes kolumbianisches Paar in einem Strassenrestaurant.
Aktuelle Position: -13.421301, -76.136282

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Pachacamac

01.10.2013, 45 km

Wir besuchen Pachacamac, eine riesige Ausgrabungsstätte südlich von Lima. Hier war seit dem 9. Jahrhundert eine Art Wallfahrtsort für alle Voelker der Küste und des Hochlandes. Ein sehr gut deutsch sprechender peruanischer Führer erklärt uns die Geschichte der Wari, Ychma und der Inka, sowie die verschiedenen Epochen der Ansiedlung in diesem Flusstal. Das Gelände ist so weitläufig, dass man mindestens 2 Stunden für einen Rundgang benötigt. Wir finden Quartier im Badeort San Bartolo. Aktuelle Position: -12.395246, -76.778323

Dienstag, 1. Oktober 2013

Zur Panamericana Sued

Lima Sued, 30.09. , 53 km

Wir verlassen Lima am Mittag. Zuvor versuchten wir vergebens, ein Zippo Feuerzeug im Mercado Comercial zu kaufen, welches uns der Zoll in Panama City abgenommen hatte. Im Centrum von Lima fanden wir dann mit Christians Hilfe einen Laden und haben nun wieder einen geeigneten Zuender fuer unseren Kocher, wenn wir ueber 2000 m Hoehe kommen. Dort funktionieren die Gasfeuerzeuge leider nicht mehr.
Wir fahren via Miraflores nach Barranco und wollen noch bis Las Virreinas. Aber wir koennen kein Hostal und keine Stelle fuer unser Zelt finden.

Stau und Staub vor Las Virreinas

Die Hauser und Grundstuecke sind alle mit Gittern und Stacheldraht gesichert. Kein heimeliger Eindruck. Wir kaufen spaet am Abend in einem Supermarkt Wasser und treffen Monica, die uns zu sich nach Hause einlaed. Monica und Arturo leben in einer gesicherten Siedlung. Wir werden zum Abendessen eingeladen und schlafen im grossen Wohnzimmer. Am Morgen zaubert Monica ein wunderbares Fruehstueck mit Papaya-Saft und Ruehrei, ... Es ist wie ein Maerchen. Dann duerfen wir noch den Computer benutzen und sind deshalb im Bloggen brandaktuell.

Lima, 45km Sighseeing per Rad und Bus

Unser Gastgeber Christian lebt mit seinen Eltern und seinem Bruder am Rande der Stadt Lima circa 3 km von der Universität entfernt. Die Häuser sind 2-stöckig mit Dachterrasse und innenliegender Garage und sehr gut gesichert: doppelte Türen und Gitter an jedem Haus, wir fühlen uns gut bewacht.
Vorgestern fuhren wir mit Christian gemeinsam durch das Gewühl der 8-Millionen-Einwohner Metropole. Hupende Autos, quietschende Tuc-Tucs  und wild überholende Busse machen das Radfahren anstrengend. Aber es gibt auch großzügig angelegte Radwege auf dem Grünstreifen in der Mitte breiter Straßen.

Fruehstueck mit der Familie
Beeindruckend für uns: die extremen Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen. In Miraflores Grünanlagen, tolle Spielplätze, ein Skatingpark, Paraglider über den Klippen des Ozeans, gut gekleidete Menschen, die durch den "Parque del Amores" schlendern, eine 25m hohe Kletteranlage mit Shop und Cafeteria. In den Auβenbezirken viel Müll, "nostalgische" Autos, Kinder, die während der Rotphase der Ampel versuchen Süßigkeiten zu verkaufen oder mit Bällen joglieren, teilweise so klein, dass sie kaum ans Autofenster reichen, um die Centimos zu erlangen.Als wie spaet am Abend zurueck fahren, sind unsere B+M-Scheinwerfer die hellsten Leuchten auf der ganzen Strasse. Unsere Abendessen nehmen wir in einer der zahllosen kleinen Restaurants am Strassenrand ein. Da wir nicht schon wieder Huhn mit Pommes essen wollen (was ueberall angeboten wird) bestellen wir Antichucho und Panchita. Es sieht komisch aus und schmeckt auch so. Christian erklaert uns spaeter, dass es Rinderherz und Pansen war. Naja, Erfahrungen sammeln...


Parque del Amores

Gestern bereiten wir fuer Christians Familie ein typisch deutsches Fruehstueck und unterhielten uns (englisch und spanisch) ueber Bildungswesen, Politik, Verkehr, eben ueber "Gott und die Welt". Muy interesante. Dann lieh uns Christians Papa seine Buskarte und wir nutzen den Metropolitan. Eine supermoderne Buslinie mit eigener Autobahnspur, mit der man deutlich schneller als alle anderen Fahrzeuge ist. Nach dem Schlendern durch das centro historico nahmen wir wie echte Touristen ;-) den Aussichtsbus für eine Stadtrundfahrt.


Am Abend besuchen wir noch den Magic Water Cirquit, einen wunderschönen Park mit Fontänen, abends bunt angestrahlt und mit Lasershow.

Lasershow im Wasserpark