14.03.2014. Fahrrad 76km, 323 Hm
Morgens ist alles klamm von der hohen Luftfeuchtigkeit. Wir packen und nehmen die 77km bis Mercedes unter die Räder.
Es rollt ganz gut, bis uns ein heranziehendes Gewitter in eine Bushaltestelle treibt.
Wir warten 2h, schreiben blog, naschen Kekse, aber es wird nicht besser. Also Regensachen raus und los, es fehlen uns nur 10km. Zum Glück ist der Regen warm, denn es bleibt kein trockener Faden an uns. In der Stadt gibt es nur Hotels, zähneknirschend nehmen wir eines. Nicht besonders toll, der Putz fällt von der Wand, aber ein großes Zimmer, wo wir unser nasses Zeug aufhängen können. Als ein neuer Guss einsetzt, steht die Lobby unter Wasser. Unser Zimmer scheint dicht zu sein ;-)
Aktuelle Position: -33.249533, -58.032821
13.03.2014 Fahrrad 80km, 475 Hm
Von Rosario geht es gerade nördlich eine Eukalyptusbaumallee entlang. Tausende Papageien haben in den hohen Bäumen ihre Nester gebaut und ihr Krächzen begleitet uns die ersten 30km. Die Straße ist sanft wellig, alles sehr grün. Es gibt viel Landwirtschaft, vor allem Sojabohnen, Mais und Rinderherden. Wir sehen moderne Traktoren und Mähdrescher. In den Dörfern winken uns Leute zu, Daumen hoch, grüßen. Es scheint viele Tiere zu geben. Die meisten sehen wir leider nur tot am Straßenrand: bunte Vögel, verschiedene Schlangen, unzählige Schmetterlinge, ein großes Gürteltier, diverse Fellträger und zwei lebende, handtellergroße Spinnen. Wir sollten darauf achten, unser Zelt gut zu schließen. ;-)
Ein geeigneter Platz findet sich heute ohne Suchen.
Wie die meisten Orte in Uruguay hat auch José Enrique Rodó einen "Park Municipal". Das heißt einen Stadtpark mit teils überdachten Sitzplätzen, Spielplatz, Toiletten, fließend Wasser und natürlich Grillstellen. Als wir uns gerade häuslich einrichten, kommt ein Mitarbeiter des Reinigungstrupps (alles ist tiptop sauber, der Rasen frisch gemäht) und zeigt uns Licht und das es WIFI Zone ist :-) Das Ganze ist kostenlos.
12.03.2014
Im Hostel "EL VIAJERO", kultig, empfehlenswert, gibt's ein ansprechendes Frühstück.
Wir traben zum Treffpunkt der "Free walking tour" und lassen uns mit elf anderen Leuten zu den schönsten Stellen im alten Montevideo führen. Begeistert erzählt uns die 22Jährige von "ihrem Präsidenten", José Mujica. Fast 80 Jahre alt, wohnt er immer noch auf seiner kleinen Estancia und kommt mit einem VW Käfer selbst ins Regierungsgebäude gefahren. 90% seines Gehaltes spendet er kleinen Unternehmen des Landes und offizielles Dienstauto ist ein Opel Corsa.
Beeindruckend ist der Rio del Plata, über den wir ja gestern kamen. Man kann das andere Ufer nicht sehen und denkt, man ist am Meer. Er ist an dieser Stelle 50km breit und damit der breiteste Fluss der Welt. Die Tour endet am Hafen und wir spekulieren auf Fisch zum Mittagessen. Aber es gibt viel Fleisch, das auf riesigen Grills zubereitet wird. Ist auch lecker!
Am späten Nachmittag fahren wir die 2h mit dem Bus zurück nach Rosario, da wir uns noch einen Zeltplatz suchen müssen. Aber Pablo, der Geschäftsinhaber, lädt uns zu sich nach Hause ein. Wir schlafen prima in seinem Gartenhaus.
Aktuelle Position: -34.326940, -57.345932
11.03.2014. Fahrrad 65 km, 309 Hm
Eine schöne Fahrt mit den Rädern auf den Straßen der erwachenden Stadt. Die Bürgersteige werden mit Wasser gereinigt, Werbetafeln raus gestellt, Müll abgeholt, ...
Die Fähre bringt uns schnell über den Rio del la Plata nach Colonia. Nun sind wir in unserem 5. Land der Reise, in Uruguay. Halb so groß wie Deutschland, 3 Millionen Einwohner. Ziemlich hoher Lebensstandard, angeblich das friedlichste Land hier, vamos a ver - wir werden sehen. Wir kurven durch die historische Altstadt, genießen die gemütliche Atmosphäre. Colonias historische Altstadt gehört zum Weltkulturerbe, also muss jeder Japaner hier gewesen sein. Wir treffen an jeder Ecke eine andere Gruppe mit Stadtführer. So hält es uns nicht allzu lange dort. Wir radeln in Richtung Rosario, essen unterwegs in einer Granja Mittag und finden dadurch zufällig die größte Bleisiftsammlung der Welt. Stolz zeigt uns der Besitzer seine Urkunden von den Eintragungen ins Guinessbuch der Rekorde.
Die Straße nach Montevideo ist wellig, es geht immer seicht auf und ab. In Rosario wollen wir zur Tourist-Info, an einer Kreuzung hält aber neben uns ein Auto und der Fahrer fragt uns, ob uns helfen kann. Wir stellen unsere Räder in seinem kleinem Auto-Elektronik-Geschäft ein und fahren schon eine halbe Stunde später mit dem Bus nach Montevideo. Nach längerer Suche finden wir ein nettes Hostal nahe dem Zentrum.
Aktuelle Position: -34.907694, -56.192938
10.03.2014
Ausschlafen, gemütlicher Frühstücksplausch mit Carolina. Dann mit der Metro ins Stadtzentrum. Beim Geldwechsel müssen wir eine halbe Stunde anstehen, der Kurs hat sich für uns etwas verschlechtert. Nach dem Mittag (Zitronenhühnchen mit gegrilltem Kürbis) fahren wir zum Büro von Colonia Express und kaufen zwei Passagen für die Fähre nach Colonia. Die sind recht teuer, 30 € pro Person und Fahrrad für eine Stunde Fahrzeit. Dann begeben wir uns in die SAACKE Niederlassung und nehmen unsere sicher verwahrten Räder und das Gepäck in Empfang. Mit herzlichen Wünschen der Mitarbeiter versehen, radeln wir zu Hugo und Carolina. Dort gibt's noch ein feines gemeinsames Abendessen, dann müssen wir unsere Sachen neu sortieren und schlafen, denn morgen geht's zeitig los.
Samstag, 15. März 2014
Montag, 10. März 2014
Potosí die Stadt am reichen Berg
09.03.2014
Die Straße von Potosí über Tupiza nach Villazon ist nun durchgehend asphaltiert. Wir haben bequeme Liegesessel für die 7-stündige Nachtfahrt gebucht und der Bus kommt auch um 4 Uhr morgens an. Zum Glück dürfen wir noch bis um 6 im Bus bleiben, dann laufen wir die 500 m zur Brücke, an der die Grenze zu Argentinien verläuft. Eine lange Menschenschlange wartet dort auf die Offnung der Grenzstation. 1 1/2 h dauert es, bis wir auf argentinischer Seite zum Busterminal eilen. Gerade noch rechtzeitig - 10 min. vor Abfahrt des Buses nach Salta - bekommen wir eine Fahrkarte. Normale Fahrzeit sind 7 Stunden, aber die brauchen wir schon bis Jujuy. Zweimal wird der Bus von der Polizei kontrolliert. Einmal stehen wir eine Stunde am Straßenrand, die Polizisten machen Pause, wir warten. Beim zweiten Mal müssen alle Fahrgäste mit allem Gepäck aussteigen, die Beamten wühlen in den Taschen. Was suchen sie? Jedenfalls wird für uns die Zeit knapp. In Jujuy fährt zum Glück gleich ein Anschlussbus nach Salta. Dort springen wir aus dem Bus, rennen zum Taxistand und der Fahrer bringt uns mit Übertretung sämtlicher Verkehrsregeln zum Flughafen. Ufff, gerade so geschafft. Zwei Stunden turbulenter Flug, dann sind wir in Buenos Aires. Nur noch zwei Stadtbusse, Mitternacht stehen wir nach 28 Stunden Reisezeit vor Hugos Haus.
08.03.2014
Wir buchen noch einmal einen Stadtrundgang. Die Geschichte der Stadt ist natürlich eng mit dem Bergbau verbunden.
Die Franziskaner Kirche ist die Älteste. Jesus hat eine braune Hautfarbe, da die indigene Bevölkerung sich so mit dem Katholizismus schneller identifizieren konnte. Einmal im Jahr wurde im Mittelalter die Straße vom Franziskaner Kloster zur Kathedrale am Hauptplatz mit Silberplatten belegt, die Prozession von den Balkonen mit Blütenblättern bestreut.
In Potosí steht eine von fünf Freiheitsstatuen weltweit, die Stadt befreite sich vom spanischen Joch 1806, lange vor der Unabhängigkeit des übrigen Landes. Einige der 27 Kirchen der Stadt wurden später als Hospital, als Kino odet auch als Theater genutzt. Die Stadtkadedrale, die aufwendig restauriert wird, ist wegen der Dynamitnutzung bei Festen in den Grundmauern desolat und die Türme drohen einzustürzen.
Marlene erklärt uns in gutem Englisch viele Details. Im Konvent Santa Maria leben noch 10 Nonnen, einige Straßen sind nicht gerade und mit Mauervorsprüngen, damit der Wind sich verfängt und die Häuser nicht so auskühlen im Winter. Viele Dinge, die man nicht im Reiseführer lesen kann. Auch diesmal führt Marlene nur uns beide und bei einer Tasse Kaffee erfahren wir viel von ihrer Familie und Ausbildung. Auch sie ist der Meinung, dass die Armut des Landes ihren Ursprung in der mangelnden Bildung hat.
Wir sitzen noch bis 18:00 Uhr im Reisebüro, wo wir den Stadtrundgang gebucht haben. Die Chefin, Helen, spicht mit uns und anderen Kunden, obwohl klar ist, dass wir nichts mehr umsetzen werden. Dieses Büro verkauft auch Minentouren und interessanterweise ist Helen dagegen, dass die Touristen auf dem Markt Alkohol, Zigaretten und Coca kaufen. Sie empfiehlt ihren Kunden Milchpulver, Joghurt, kleine Bücher für die Kinder der Arbeiter zu verschenken. Wir bekommen noch Tipps und Prospekte für unsere Weiterfahrt nach Villazon und werden zum Abschied gedrückt wie enge Verwandte. 21:00 Uhr fährt unser Bus pünktlich ab.
07.03.2014
Potosí ist die Silberstadt Boliviens. 1573 zählte die 4100m über dem Meeresspiegel liegende Stadt zu den größten der Welt. Der Cerro Rico, der reiche Berg, liegt nur ca. 700m vom Stadtzentrum entfernt. Auch wenn der Bergbau die besten Zeiten hinter sich hat, leben heute immer noch ca. 15.000 Bergleute vom Silber-, Zinn- Zink- und Kupferabbau. Zumeist in kleinen Kommunen organisiert, wird das Edelmetall in Handarbeit aus dem tauben Gestein geschlagen. Wir fahren mit zwei jungen Leuten aus D und CH in einen Stollen ein. Es arbeiten gerade nur wenige Hauer, da Carnaval gefeiert wird. Wir kaufen auf dem Bergwerksmarkt Coca-Blätter, Alkohol (96%) Zigaretten sowie Dynamit, Zundschnüre und Limonade. Das sind Geschenke für die Minenarbeiter, die meist nur 40 ... 50 Jahre alt werden. Jedes Jahr sterben hunderte Miner an Kohlenmonoxidvergiftung, Silikose, bei Unfällen aber auch an Quecksilbervergiftung bei der Aufbereitung. Heute wird das Silber meist mit Cyanid ausgelaugt. Eine der Aufbereitungsanlagen befindet sich mitten in der Stadt. Insgesamt haben seit 1545 über 8 Millionen Arbeiter ihr Leben beim Silberabbau im Cerro Rico verloren. Der Eingang zur Rosario - Mine hat sein ursprüngliches Mauerwerk noch aus dem 16. Jh. Wir waten durch dreckiges Wasser. Dann nimmt die Temperatur schnell zu und schweflige Dämpfe reizen unsere Lungen. Wir gehen lange Strecken gebückt, da die Stollen niedrig sind, der Helm schützt uns vor Beulen.
In einer Nische besuchen wir Tio Jorge. Das ist eine Statue, ein Abbild des Herrn des Berges, der jeden Freitag Opfer erhält, um auch in der kommenden Woche reiches Erz zu finden. Zigaretten werden in den Mund gesteckt, Alkohol auf den Kopf und die Gelenke sowie den Penis geträufelt. Für klaren Verstand sowie Gesundheit und Fertilität.
Reicht der Erlös nicht aus, um die Familie zu ernähren, müssen die Kinder und die Frau mit helfen. Jungen fahren bereits mit 12 Jahren ein, Frauen putzen das Silber außerhalb der Stollen aus dem Gestein, da nach Silbergehalt bezahlt wird. An uns wird ein Hunt mit der Wochenausbeute einer Kommune vorbeigezerrt. 8 Säcke mit je 40 kg Silbererz.
Wir geben einen Teil der Geschenke ab. Die Männer, mit vom Cocakauen ausgebeulten Wangen, nehmen sie dankbar an.
Wir sind froh nach 3h die Sonne wieder zu sehen und einigermaßen frische Luft zu atmen.
Aktuelle Position:-19.590330, -65.752878
Die Straße von Potosí über Tupiza nach Villazon ist nun durchgehend asphaltiert. Wir haben bequeme Liegesessel für die 7-stündige Nachtfahrt gebucht und der Bus kommt auch um 4 Uhr morgens an. Zum Glück dürfen wir noch bis um 6 im Bus bleiben, dann laufen wir die 500 m zur Brücke, an der die Grenze zu Argentinien verläuft. Eine lange Menschenschlange wartet dort auf die Offnung der Grenzstation. 1 1/2 h dauert es, bis wir auf argentinischer Seite zum Busterminal eilen. Gerade noch rechtzeitig - 10 min. vor Abfahrt des Buses nach Salta - bekommen wir eine Fahrkarte. Normale Fahrzeit sind 7 Stunden, aber die brauchen wir schon bis Jujuy. Zweimal wird der Bus von der Polizei kontrolliert. Einmal stehen wir eine Stunde am Straßenrand, die Polizisten machen Pause, wir warten. Beim zweiten Mal müssen alle Fahrgäste mit allem Gepäck aussteigen, die Beamten wühlen in den Taschen. Was suchen sie? Jedenfalls wird für uns die Zeit knapp. In Jujuy fährt zum Glück gleich ein Anschlussbus nach Salta. Dort springen wir aus dem Bus, rennen zum Taxistand und der Fahrer bringt uns mit Übertretung sämtlicher Verkehrsregeln zum Flughafen. Ufff, gerade so geschafft. Zwei Stunden turbulenter Flug, dann sind wir in Buenos Aires. Nur noch zwei Stadtbusse, Mitternacht stehen wir nach 28 Stunden Reisezeit vor Hugos Haus.
08.03.2014
Wir buchen noch einmal einen Stadtrundgang. Die Geschichte der Stadt ist natürlich eng mit dem Bergbau verbunden.
| Blick zum Cerro Rico |
| Auch heute wird zu besonderen Anlässen mit Silber geschmückt |
| Reiche Verzierungen schmücken viele Gebäude |
Wir sitzen noch bis 18:00 Uhr im Reisebüro, wo wir den Stadtrundgang gebucht haben. Die Chefin, Helen, spicht mit uns und anderen Kunden, obwohl klar ist, dass wir nichts mehr umsetzen werden. Dieses Büro verkauft auch Minentouren und interessanterweise ist Helen dagegen, dass die Touristen auf dem Markt Alkohol, Zigaretten und Coca kaufen. Sie empfiehlt ihren Kunden Milchpulver, Joghurt, kleine Bücher für die Kinder der Arbeiter zu verschenken. Wir bekommen noch Tipps und Prospekte für unsere Weiterfahrt nach Villazon und werden zum Abschied gedrückt wie enge Verwandte. 21:00 Uhr fährt unser Bus pünktlich ab.
07.03.2014
Potosí ist die Silberstadt Boliviens. 1573 zählte die 4100m über dem Meeresspiegel liegende Stadt zu den größten der Welt. Der Cerro Rico, der reiche Berg, liegt nur ca. 700m vom Stadtzentrum entfernt. Auch wenn der Bergbau die besten Zeiten hinter sich hat, leben heute immer noch ca. 15.000 Bergleute vom Silber-, Zinn- Zink- und Kupferabbau. Zumeist in kleinen Kommunen organisiert, wird das Edelmetall in Handarbeit aus dem tauben Gestein geschlagen. Wir fahren mit zwei jungen Leuten aus D und CH in einen Stollen ein. Es arbeiten gerade nur wenige Hauer, da Carnaval gefeiert wird. Wir kaufen auf dem Bergwerksmarkt Coca-Blätter, Alkohol (96%) Zigaretten sowie Dynamit, Zundschnüre und Limonade. Das sind Geschenke für die Minenarbeiter, die meist nur 40 ... 50 Jahre alt werden. Jedes Jahr sterben hunderte Miner an Kohlenmonoxidvergiftung, Silikose, bei Unfällen aber auch an Quecksilbervergiftung bei der Aufbereitung. Heute wird das Silber meist mit Cyanid ausgelaugt. Eine der Aufbereitungsanlagen befindet sich mitten in der Stadt. Insgesamt haben seit 1545 über 8 Millionen Arbeiter ihr Leben beim Silberabbau im Cerro Rico verloren. Der Eingang zur Rosario - Mine hat sein ursprüngliches Mauerwerk noch aus dem 16. Jh. Wir waten durch dreckiges Wasser. Dann nimmt die Temperatur schnell zu und schweflige Dämpfe reizen unsere Lungen. Wir gehen lange Strecken gebückt, da die Stollen niedrig sind, der Helm schützt uns vor Beulen.
| Wacklige Leitern und tiefe Löcher erfordern Aufmerksamkeit, nichts für Leute mit Platzangst. |
Reicht der Erlös nicht aus, um die Familie zu ernähren, müssen die Kinder und die Frau mit helfen. Jungen fahren bereits mit 12 Jahren ein, Frauen putzen das Silber außerhalb der Stollen aus dem Gestein, da nach Silbergehalt bezahlt wird. An uns wird ein Hunt mit der Wochenausbeute einer Kommune vorbeigezerrt. 8 Säcke mit je 40 kg Silbererz.
Wir geben einen Teil der Geschenke ab. Die Männer, mit vom Cocakauen ausgebeulten Wangen, nehmen sie dankbar an.
Wir sind froh nach 3h die Sonne wieder zu sehen und einigermaßen frische Luft zu atmen.
| Mittagessen gibt's wieder auf dem Markt. (Der Fleischverkäufer im Hintergrund macht gerade keinen Umsatz.) |
Freitag, 7. März 2014
CIUDAD BLANCA, Tigermilch und K`oa Opfer
06.03.2014
Zeitig fahren wir mit dem Stadtbus zum Friedhof, der als sehenswert beschrieben wurde. Das ist er auch, ein großer Park, beeindruckende Familiengräber (größer als manches Haus!) und die Nischen für die nicht ganz so reichen Bürger. Die obersten Reihen sind die billigsten, dafür braucht man für die Pflege auch eine Leiter.
05.03.2014
Heute hat "Condor Trekkers" - ein non profit Unternehmen - geöffnet und wir buchen einen geführten Stadtrundgang. Marion ist Studentin und zeigt uns beiden die Stadt. Ihr Englisch ist perfekt und so erfahren wir eine Menge Details der bewegten Geschichte Sucres. Besonders schön ist der Besuch des ehemaligen Konvents (heute vormittags als Schule und nachmittags als Museum genutzt) der Kirche San Felipe de Neri.
Vom Dach aus genießen wir einen herrlichen Blick über die "Ciudad Blanca", die weiße Stadt, wie sich Sucre auch nennt. Per Gesetz müssen alle Häuser in der historischen Atstadt einmal im Jahr mit weißer Farbe getüncht werden. Nach dem Rundgang durch den Park Simon Bolivar, essen wir auf dem Markt eine Suppe und steigen die steile Straße hinauf zu La Recoleta.
Das Kloster befindet sich da, wo die Besiedlung begann. Da wir nur zu dritt sind, ist es eine angenehme Unterhaltung, wir können vieles erfragen, was nichts mit der Stadtführung zu tun hat. Marion versucht mit diesem Nebenjob ihr Englisch zu praktizieren. Am Nachmittag fahren wir mit ihr im Bus in einen Vorort und verfolgen das Treiben einer Fiesta. Es ist eine Mischung aus Karneval, Schlachtfest und Erntedank (Pfirsichernte). Es werden in großen Mengen Pfirsiche und Asado de Chancho (gebratenes Schweinefleisch) angeboten. Aber wir müssen uns wieder vor jeder Menge Wasserbomben und -kanonen in Acht nehmen. Zum Glück scheint die Sonne.
Neben den katholischen Traditionen sind die Bolivianer nach wie vor sehr eng mit Pachamama (Mutter Erde) verbunden. Trinken die Leute zum Carnaval Bier oder "Leche de Tigre - Tigermilch, ähnlich Eierlikör), wird immer etwas auf die Erde geschüttet, eine Opfergabe an Pachamama. Außerdem rauchen in der Stadt überall kleine Feuer, auf denen Opfergaben verbrannt werden. Damit wird der Segen für Haus, Auto, Handel, Tiere,... erbeten. Auf dem Markt finden wir alles nötige Zubehör: Kräuter, Cocablätter, Papiergeld, getrocknete Lamaföten (denn Pachamama mag Fleisch) und natürlich Miniaturdarstellungen davon, was man sich wünscht.
Das Figürchen eines Frosches zum Beispiel bedeutet Geld, eine Schlange: Schutz, ein Lama: Gesundheit, usw. Alles kommt auf ein Blatt Papier und dann aufs Feuer. Wenn es ohne Rückstand verbrennt, wirkt es am besten.
Zeitig fahren wir mit dem Stadtbus zum Friedhof, der als sehenswert beschrieben wurde. Das ist er auch, ein großer Park, beeindruckende Familiengräber (größer als manches Haus!) und die Nischen für die nicht ganz so reichen Bürger. Die obersten Reihen sind die billigsten, dafür braucht man für die Pflege auch eine Leiter.
Danach besuchen wir zum 3. Mal den großen Markt und genießen einen weiteren Obstsalat. Heute kauft Jana Tumbos, Äpfel und Weinbeeren als Wegzehrung.
| Die Gemüsehändler von übermorgen: der Markt ist ihr Spielplatz |
Mittags bringt uns der Bus nach Potosi. Wir kommen zeitig genug, um uns um die Bergwerkstour für morgen zu kümmern. Da geht es dann also unter die Erde. ;-)
05.03.2014
Heute hat "Condor Trekkers" - ein non profit Unternehmen - geöffnet und wir buchen einen geführten Stadtrundgang. Marion ist Studentin und zeigt uns beiden die Stadt. Ihr Englisch ist perfekt und so erfahren wir eine Menge Details der bewegten Geschichte Sucres. Besonders schön ist der Besuch des ehemaligen Konvents (heute vormittags als Schule und nachmittags als Museum genutzt) der Kirche San Felipe de Neri.
Vom Dach aus genießen wir einen herrlichen Blick über die "Ciudad Blanca", die weiße Stadt, wie sich Sucre auch nennt. Per Gesetz müssen alle Häuser in der historischen Atstadt einmal im Jahr mit weißer Farbe getüncht werden. Nach dem Rundgang durch den Park Simon Bolivar, essen wir auf dem Markt eine Suppe und steigen die steile Straße hinauf zu La Recoleta.
Das Figürchen eines Frosches zum Beispiel bedeutet Geld, eine Schlange: Schutz, ein Lama: Gesundheit, usw. Alles kommt auf ein Blatt Papier und dann aufs Feuer. Wenn es ohne Rückstand verbrennt, wirkt es am besten.
Dienstag, 4. März 2014
Auf nach Sucre
04.03.2014
Ordentlich durchgeschüttelt und einigermaßen müde erreichen wir 5.30 Uhr Sucre. Das erste geöffnete Hostel ist unseres, einchecken und noch 2,5 Stunden schlafen. Da gestern der Höhepunkt des Carnavals hier stattgefunden hat, ist die Stadt heute im hangover, wir verpassen nichts. Alle Museen und Kirchen sind geschlossen.
Wir schlendern durch die Straßen, immer auf der Hut vor Wasserbomben, die Kinder und Jugendliche in Mengen werfen. Omas und Kinder füllen die kleinen Ballons und verkaufen sie im 5-er, 10-er oder auch 50-er Pack am Straßenrand.
Aktuelle Position: -19.044854, -65.260984
03.03.2014
Da man Bustickets nur für den gleichen Tag erwerben kann, begeben wir uns morgens zum Terminal. Gut so, den wir bekommen zwei der letzten fünf Plätze im Bus mit Liegesitzen.
Im Markt essen wir leckeren Fruchtsalat. Die aktuelle Vielfalt des Obstangebotes findet sich in der großen Schüssel wieder.
Für nachmittags sind wir bei Luis, einem Freund Hutchs, eingeladen. Hauptgrund ist, dass uns eine Journalistin zu unserer Radreise interviewt. Sie schreibt für die Zeitung "LOS TIEMPOS" und will eine Kolumne über Radtourismus in Bolivien verfassen. Im Laufe des Nachmittags kommen immer mehr Gäste zu Luis, unter anderem auch der Architekt des Christos von Cochabamba und einige, die wir schon am Freitag bei Carlos kennenlernten.
Eduardo und Hutch bringen uns zum Busbahnhof, sie wollen uns nächstes Jahr per Rad in Pirna besuchen :-)
Unerwartet pünktlich startet der Bus. Das er für die 363km zehn Stunden (!) benötigt, sagt alles über den Zustand der Piste aus!
Ordentlich durchgeschüttelt und einigermaßen müde erreichen wir 5.30 Uhr Sucre. Das erste geöffnete Hostel ist unseres, einchecken und noch 2,5 Stunden schlafen. Da gestern der Höhepunkt des Carnavals hier stattgefunden hat, ist die Stadt heute im hangover, wir verpassen nichts. Alle Museen und Kirchen sind geschlossen.
| Museumsersatz: Frühstück im Joy Ride Café |
| Markttreiben in Sucre |
| Hoch oben, sicher vor Wasserbomben |
Aktuelle Position: -19.044854, -65.260984
03.03.2014
Da man Bustickets nur für den gleichen Tag erwerben kann, begeben wir uns morgens zum Terminal. Gut so, den wir bekommen zwei der letzten fünf Plätze im Bus mit Liegesitzen.
Im Markt essen wir leckeren Fruchtsalat. Die aktuelle Vielfalt des Obstangebotes findet sich in der großen Schüssel wieder.
Für nachmittags sind wir bei Luis, einem Freund Hutchs, eingeladen. Hauptgrund ist, dass uns eine Journalistin zu unserer Radreise interviewt. Sie schreibt für die Zeitung "LOS TIEMPOS" und will eine Kolumne über Radtourismus in Bolivien verfassen. Im Laufe des Nachmittags kommen immer mehr Gäste zu Luis, unter anderem auch der Architekt des Christos von Cochabamba und einige, die wir schon am Freitag bei Carlos kennenlernten.
Eduardo und Hutch bringen uns zum Busbahnhof, sie wollen uns nächstes Jahr per Rad in Pirna besuchen :-)
Unerwartet pünktlich startet der Bus. Das er für die 363km zehn Stunden (!) benötigt, sagt alles über den Zustand der Piste aus!
Montag, 3. März 2014
Carnaval
02.03.2014
Ausflug in die Innenstadt. Die Hauptstraße ist heute für die Kinder abgesperrt. In phantasievollen Kostümen prozessieren sie unter dem Namen ihrer Schule oder des Kindergartens. Aber vor allem ist es eine große Wasserschlacht. Fast alle haben Wasserpistolen dabei, teils mit mehreren Litern fassenden Tanks. Keiner bleibt trocken, aber bei Sonne und 30°C ist das auch kein Problem.
Nebenbei erfahren wir, dass es richtig war, nicht nach Oruro zu fahren, was wir ursprünglich für heute planten. Dort stürzte gestern eine Tribüne ein und es gab viele Verletzte und vier Tote. Der Karneval wurde gestoppt.
Wir verziehen uns nach einer Weile in ein Restaurant, wo wir das Menü des Tages geniessen. Dann schlendern wir zur Talstation der "Teleferico", einem Kabinenlift, mit dem wir zur Statue des San Cristo de la Concordia hinauffahren. Mit 40,4 m Höhe ist sie die zweithöchste Christusstatue der Welt. Das Schönste ist aber der Überblick über die Stadt.
01.03.2014
Hutch schlägt uns einen Ausflug vor. Mit dem Auto seines Freundes Eduardo geht es zu einem See und ins Örtchen Tarata. Eduardo ist gebürtiger Quechua und spricht diese Sprache perfekt. Bei Einheimischen bestellt er für alle Suppe, wahlweise Mais, Weizen oder Erdnuss. Schmeckt alles. Der Bedienung gibt er 10 Bs (1€) Trinkgeld. Sie kann ihr Glück kaum fassen, zweimal fragt sie, ob es wirklich ihr Geld ist. (Es entspricht etwa ihrem Tagesverdienst.) Zum Nachtisch holen wir uns bei Straßenhändlern reife Kaktusfrüchte und duftende Guaven. Superlecker!
Im nächsten Ort sucht Eduardo einen Mediziner auf. Er hatte sich vor einer Weile den Mittelfinger gebrochen und noch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Jana darf der Behandlung zusehen: kurze Befragung und Funktionskontrolle, dann 2, 3 rasche Zug- und Drehbewegungen, fertig. Kostet 50 Bs.
Eduardo erzählt, dass er als sechsjähriger Junge gelähmt war, nachdem ihm ein Garagentor in die Wirbelsäule fiel. Der Großvater des heutigen Arztes behandelte ihn mehrmals, er lernte wieder Laufen und hat keinerlei Probleme wegen des Unfalls.
Abends begeben wir zwei uns per Bus noch ins 13 km entfernte Quillacollo , dort findet die Krönung der Faschingsprinzessin statt. Da es aber in einer Turnhalle veranstaltet wird und sehr laut ist, gehen wir nicht rein, sondern sehen uns nur die Stadt an.
Ausflug in die Innenstadt. Die Hauptstraße ist heute für die Kinder abgesperrt. In phantasievollen Kostümen prozessieren sie unter dem Namen ihrer Schule oder des Kindergartens. Aber vor allem ist es eine große Wasserschlacht. Fast alle haben Wasserpistolen dabei, teils mit mehreren Litern fassenden Tanks. Keiner bleibt trocken, aber bei Sonne und 30°C ist das auch kein Problem.
Nebenbei erfahren wir, dass es richtig war, nicht nach Oruro zu fahren, was wir ursprünglich für heute planten. Dort stürzte gestern eine Tribüne ein und es gab viele Verletzte und vier Tote. Der Karneval wurde gestoppt.
Wir verziehen uns nach einer Weile in ein Restaurant, wo wir das Menü des Tages geniessen. Dann schlendern wir zur Talstation der "Teleferico", einem Kabinenlift, mit dem wir zur Statue des San Cristo de la Concordia hinauffahren. Mit 40,4 m Höhe ist sie die zweithöchste Christusstatue der Welt. Das Schönste ist aber der Überblick über die Stadt.
01.03.2014
Im nächsten Ort sucht Eduardo einen Mediziner auf. Er hatte sich vor einer Weile den Mittelfinger gebrochen und noch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Jana darf der Behandlung zusehen: kurze Befragung und Funktionskontrolle, dann 2, 3 rasche Zug- und Drehbewegungen, fertig. Kostet 50 Bs.
Eduardo erzählt, dass er als sechsjähriger Junge gelähmt war, nachdem ihm ein Garagentor in die Wirbelsäule fiel. Der Großvater des heutigen Arztes behandelte ihn mehrmals, er lernte wieder Laufen und hat keinerlei Probleme wegen des Unfalls.
Abends begeben wir zwei uns per Bus noch ins 13 km entfernte Quillacollo , dort findet die Krönung der Faschingsprinzessin statt. Da es aber in einer Turnhalle veranstaltet wird und sehr laut ist, gehen wir nicht rein, sondern sehen uns nur die Stadt an.
Samstag, 1. März 2014
Getürmt und Gefeiert!
28.02.2014
Wir fahren mit dem Minibus zum Busbahnhof, um uns über die Busverbindungen nach Oruro zu erkundigen. Noch gar nicht richtig im Terminalgebäude werden wir von uniformierten Polizisten angesprochen. Sie wollen unsere Reisepässe sehen. Wir zeigen unsere Kopien, die Pässe haben wir natürlich nicht dabei. Aber das genügt ihnen nicht, sie wollen auch die grüne Einreisekarte sehen. Die liegt in der Unterkunft. Wir werden von 3 Polizisten zu einem Kleinbus geleitet, um zuerst unsere Dokumente zu holen und dann mit aufs Revier zu kommen. Mit uns sitzen noch zwei junge US-Amerikanerinnen im Auto. Jana diskutiert mit der bei uns gelassenen Beamtin, während die beiden anderen Polizisten zurück zum Terminal gehen, wahrscheinlich, um weitere Touris einzusammeln. Als Jana ein Foto vom Dienstausweis der Polizistin machen will, verdeckt diese ihre Karte und sagt "No, No!" Ohne uns abzusprechen, springen wir aus dem Auto und rennen in unterschiedliche Richtungen davon! Die Polizistin hält Jana am Ärmel fest, aber Jana macht sich los und rennt schneller als sie. Ruckzuck verschwinden wir im zick-zack zwischen den parkenden Autos, über die breite Straße vorm Busbahnhof, wo Autos Stoßstange an Stoßstange im Stau stehen. Wir rennen in kleine Nebenstraßen und tauchen im Gewühl der Menschenmenge um den Marktplatz unter. Das Herz klopft etwas schnell und wir wissen nicht, ob das nun die behördliche Polizei war, oder nicht. Sicher ist sicher.
Wir schauen in die Kathedrale Metropolitan, schlendern über den Plaza und nehmen schließlich einen Bus zum Botanischen Garten. Dort treffen wir uns mit unserem Gastgeber und sind bei Freunden von Ihm zum Mittagessen eingeladen. Das Haus befindet sich in einer noblen Wohngegend. Die Hausherren laden jeden Freitag Freunde ein. Viele sind Amerikaner. Wir unterhalten uns während des Essen angeregt. Das Haus selbst ist am besten als Künstlervilla zu beschreiben. Die Wände gefüllt mit Bildern und Zetteln, Zitaten, Fotos. In der Mitte der Lobby steht eine komplette Rockband-Ausrüstung.
Carlos erzählt uns von seinen deutschen Vorfahren, einer grandiosen Erfindung zur Einsparung von Benzin in Automotoren. Wir tauschen die Adressen aus und er fragt uns, wann wir geboren sind. Thomas muss nach seinem Dafürhalten eine penible Jungfrau sein. Und auch Janas Geburtstag will er wissen und nun ist es raus: heute! Sofort wird "Happy Birthday to you" in english und spanisch gesungen, Kaffee und Schokolade serviert. Überhaupt ist diese Runde von 12 Leuten am besten als intellektueller Zirkel zu beschreiben. Wir werden für kommenden Montag in das Haus eines Redakteurs eingeladen, der einen Artikel über Fahrradfahren in Südamerika schreiben möchte. Schließlich setzt sich noch ein netter Mann neben uns, der lange in Reutlingen gelebt hat und sehr gut Deutsch spricht. Er vermarktet naturbelassene Schafwollprodukte. Beim Abschied erwähnt er, er kenne den deutschen Honorarkonsul persönlich sehr gut und wenn wir Probleme bekämen, sollten wir Ihn anrufen ...
Abends lässt es sich Hutch nicht nehmen, uns in ein Restaurant einzuladen. Nach dem leckeren Essen (gegrillter Lachs) gibt es als Geschenk des Hauses noch Apfelstrudel mit Eis, Minifeuerwerk und Gesang des gesamtem Personals.
| Die Karnevalszeit beginnt |
| Leider nicht für alle Kinder, manche müssen auch arbeiten |
Wir fahren mit dem Minibus zum Busbahnhof, um uns über die Busverbindungen nach Oruro zu erkundigen. Noch gar nicht richtig im Terminalgebäude werden wir von uniformierten Polizisten angesprochen. Sie wollen unsere Reisepässe sehen. Wir zeigen unsere Kopien, die Pässe haben wir natürlich nicht dabei. Aber das genügt ihnen nicht, sie wollen auch die grüne Einreisekarte sehen. Die liegt in der Unterkunft. Wir werden von 3 Polizisten zu einem Kleinbus geleitet, um zuerst unsere Dokumente zu holen und dann mit aufs Revier zu kommen. Mit uns sitzen noch zwei junge US-Amerikanerinnen im Auto. Jana diskutiert mit der bei uns gelassenen Beamtin, während die beiden anderen Polizisten zurück zum Terminal gehen, wahrscheinlich, um weitere Touris einzusammeln. Als Jana ein Foto vom Dienstausweis der Polizistin machen will, verdeckt diese ihre Karte und sagt "No, No!" Ohne uns abzusprechen, springen wir aus dem Auto und rennen in unterschiedliche Richtungen davon! Die Polizistin hält Jana am Ärmel fest, aber Jana macht sich los und rennt schneller als sie. Ruckzuck verschwinden wir im zick-zack zwischen den parkenden Autos, über die breite Straße vorm Busbahnhof, wo Autos Stoßstange an Stoßstange im Stau stehen. Wir rennen in kleine Nebenstraßen und tauchen im Gewühl der Menschenmenge um den Marktplatz unter. Das Herz klopft etwas schnell und wir wissen nicht, ob das nun die behördliche Polizei war, oder nicht. Sicher ist sicher.
| Im Botanischen Garten |
Carlos erzählt uns von seinen deutschen Vorfahren, einer grandiosen Erfindung zur Einsparung von Benzin in Automotoren. Wir tauschen die Adressen aus und er fragt uns, wann wir geboren sind. Thomas muss nach seinem Dafürhalten eine penible Jungfrau sein. Und auch Janas Geburtstag will er wissen und nun ist es raus: heute! Sofort wird "Happy Birthday to you" in english und spanisch gesungen, Kaffee und Schokolade serviert. Überhaupt ist diese Runde von 12 Leuten am besten als intellektueller Zirkel zu beschreiben. Wir werden für kommenden Montag in das Haus eines Redakteurs eingeladen, der einen Artikel über Fahrradfahren in Südamerika schreiben möchte. Schließlich setzt sich noch ein netter Mann neben uns, der lange in Reutlingen gelebt hat und sehr gut Deutsch spricht. Er vermarktet naturbelassene Schafwollprodukte. Beim Abschied erwähnt er, er kenne den deutschen Honorarkonsul persönlich sehr gut und wenn wir Probleme bekämen, sollten wir Ihn anrufen ...
Abends lässt es sich Hutch nicht nehmen, uns in ein Restaurant einzuladen. Nach dem leckeren Essen (gegrillter Lachs) gibt es als Geschenk des Hauses noch Apfelstrudel mit Eis, Minifeuerwerk und Gesang des gesamtem Personals.
Freitag, 28. Februar 2014
Zurück nach Bolivien ! :-)
27.02.2014
Ein Richtungstaxi bringt uns in die Innenstadt. Das sind normale PKWs, in die sich bis zu acht erwachsene Passagiere (diverse Kinder kommen auf den Schoß) quetschen und die immer eine bestimmte Strecke fahren. Egal wie weit man damit unterwegs ist, es kostet 1,70 BS=18 cent. Auf unserer Strecke, 6km, verkehrt durchschnittlich aller 3 Minuten ein solches Taxi. Wir überlegen, ob wir ein ähnliches Nahverkehrsprojekt für Pirna starten sollten. ;-)
Mittags treffen wir uns mit Hutch in seinem Lieblingscafe, wo uns der Inhaber allerhand über bolivianischen Kaffeeanbau und die Röstung erklärt. Nachmittags kaufen wir auf dem riesigen Markt La Cancha bei kleinen Händlern Tomaten, Kürbis, Zucchini, Möhren, Kartoffeln, Zwiebeln und Chorizo fürs Abendessen und Pfirsische, Granatapfel, Weintrauben, Melone, Chirimoya zum Naschen danach.
26.02.2014
Pablo holt uns zeitig ab und wir haben einige Stunden im Büro von SAACKE Zeit, um Bilder zu sichern, mit Anne zu skypen, mit Norbert in Bremen zu telefonieren und unser Zeug umzupacken. Räder und Taschen stehen nun für 2-3 Wochen in der Firma und wir reisen mit leichtem Gepäck. Pablo bringt uns zum Flughafen und wir fliegen mit Zwischenlandung in Santa Cruz nach Cochabamba, es dauert 5 Stunden. Wir sehen die gewaltige Schlammlawine, die sich im Flusstal nach den unwetterartigen Starkregenfällen durch die Landschaft schlängelt.
Am Flughafen nehmen wir einen Mikrobus in die Innenstadt und werden sofort von den anderen Fahrgästen "adoptiert". Unser Aussteigewunsch wird an den Fahrer weitergegeben. Zwei Männer steigen mit uns aus, begleiten uns zur Apotheke (unser Mückenspray wurde am Flughafen konfisziert) und verhandeln dann mit dem Taxifahrer, damit wir einen guten Preis bekommen. Erst dann setzen sie beruhigt ihren Weg fort. :-)
Unser "Warmshower" Hutch ist US Amerikaner, 74 Jahre alt, zu Hause in der ganzen Welt. Mehrere Jahre lebte er in China, radelte in sieben Jahren auf mehreren Kontinenten. Seit acht Monaten wohnt er in Cochabamba, plant aber schon neue Radabenteuer. Eine durch und durch interessante Persönlichkeit.
Aktuelle Position: -17.354048, -66.153166
Ein Richtungstaxi bringt uns in die Innenstadt. Das sind normale PKWs, in die sich bis zu acht erwachsene Passagiere (diverse Kinder kommen auf den Schoß) quetschen und die immer eine bestimmte Strecke fahren. Egal wie weit man damit unterwegs ist, es kostet 1,70 BS=18 cent. Auf unserer Strecke, 6km, verkehrt durchschnittlich aller 3 Minuten ein solches Taxi. Wir überlegen, ob wir ein ähnliches Nahverkehrsprojekt für Pirna starten sollten. ;-)
Mittags treffen wir uns mit Hutch in seinem Lieblingscafe, wo uns der Inhaber allerhand über bolivianischen Kaffeeanbau und die Röstung erklärt. Nachmittags kaufen wir auf dem riesigen Markt La Cancha bei kleinen Händlern Tomaten, Kürbis, Zucchini, Möhren, Kartoffeln, Zwiebeln und Chorizo fürs Abendessen und Pfirsische, Granatapfel, Weintrauben, Melone, Chirimoya zum Naschen danach.
26.02.2014
Pablo holt uns zeitig ab und wir haben einige Stunden im Büro von SAACKE Zeit, um Bilder zu sichern, mit Anne zu skypen, mit Norbert in Bremen zu telefonieren und unser Zeug umzupacken. Räder und Taschen stehen nun für 2-3 Wochen in der Firma und wir reisen mit leichtem Gepäck. Pablo bringt uns zum Flughafen und wir fliegen mit Zwischenlandung in Santa Cruz nach Cochabamba, es dauert 5 Stunden. Wir sehen die gewaltige Schlammlawine, die sich im Flusstal nach den unwetterartigen Starkregenfällen durch die Landschaft schlängelt.
Am Flughafen nehmen wir einen Mikrobus in die Innenstadt und werden sofort von den anderen Fahrgästen "adoptiert". Unser Aussteigewunsch wird an den Fahrer weitergegeben. Zwei Männer steigen mit uns aus, begleiten uns zur Apotheke (unser Mückenspray wurde am Flughafen konfisziert) und verhandeln dann mit dem Taxifahrer, damit wir einen guten Preis bekommen. Erst dann setzen sie beruhigt ihren Weg fort. :-)
Unser "Warmshower" Hutch ist US Amerikaner, 74 Jahre alt, zu Hause in der ganzen Welt. Mehrere Jahre lebte er in China, radelte in sieben Jahren auf mehreren Kontinenten. Seit acht Monaten wohnt er in Cochabamba, plant aber schon neue Radabenteuer. Eine durch und durch interessante Persönlichkeit.
Aktuelle Position: -17.354048, -66.153166
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